Die Landeskrone – ein Bier auf dem Vulkan

Zittau und Görlitz sind ein bisschen wie Tom und Jerry – miteinander ist es kompliziert, ohneeinander ist es auch blöd. Damals, vor mehr als 500 Jahren, gab es zwischen den beiden sogar richtig eins auf die Mütze. Der Grund: Bier. Ja, es ist wahr. Zittau und Görlitz befanden sich einst in einem Bierkrieg, mit allem Drum und Dran – zerschlagene Fässer, geraubtes Vieh, ja sogar ein Heer von mehr als 2000 Mann. Viel verrückter als diese Geschichte ist aber, dass der Kriegszustand erst im Jahre 2019 förmlich von den Oberbürgermeistern der Städte für beendet erklärt wurde. Zur Feier des Friedensvertrags gab es – wie überraschend – 100 l Freibier.

Keine Angst also. Wer heute in Görlitz und Umgebung den Pfaden der Vergangenheit folgen will, kann dies ohne Sorge tun. Allerdings ist es nie verkehrt eine Flasche Landskron dabei zu haben, denn das ist das “Hausbier” der Görlitzer*innen. Man weiß ja nie. Den besten Ausblick findet man passend dazu auf der Landeskrone, einer 34 Mio. Jahre alten Erhebung vulkanischen Ursprungs. Der 420 m hohe Basaltkegel gilt als das natürliche Wahrzeichen der Stadt und blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Ähnlich wie der Oybin im Zittauer Gebirge war auch die Landeskrone stets von großer strategischer wie wirtschaftlicher Bedeutung. Mit den dort einst errichteten Burganlagen ließ sich nicht nur der Warenverkehr entlang der Handelsstraße Via Regia hervorragend sichern und kontrollieren, sondern man konnte den Ort auch ganz wunderbar für militärische Beobachtungen nutzen. Heute kann man da oben Kaffee trinken. Auch super.

Ein Blick in die Geschichte lohnt sich also ebenso sehr wie ein Blick von dem Aussichtsturm, hinab auf 360° bezaubernde Landschaft. Auf dem Weg durch den Wald rund um die Landeskrone sollte man jedoch Obacht geben. Der Sage nach tauchen hier und da im Dickicht verheißungsvolle Türen auf. Hinter ihnen warten schier unerschöpfliche Schätze aus Gold und Silber. Der Haken: Man sagt, sie machen blind für die Liebe. Und wer will das schon.

(Foto: Wolfram Storch)